Zitate von Wang Xiangzhai

Wang Xiangzhai
Wang Xiangzhai

Alle Übersetzung sind direkt aus dem chinesischen Original übersetzt von Benjamin Witt.

Bei Verwendung bitte Quellenangabe mit Verweis auf diese Seite. Vielen Dank. 

Benjamin Witt

"Das, was man in seinem Herzen (Brust) trägt, das ist Kampfkunst." (Sowohl Qi Zhidu: Quanxue xinbian; als auch Quandao zhongshu/Zentrale Achse)

 

"Das Wesen (Dao) der Kampfkünste nimmt eine solch zentrale Bedeutung ein, dass es für die Bildung des Ethos eines Volkes eine Notwendigkeit darstellt; die Wurzel für das Verständnis und Erlernen von Handwerk ist; die Grundlage der Lebensphilosophie ist und das Rückgrat einer humanistischen Bildung darstellt." 

 

"Das wesentliche der Bestimmung (der Kampfkünste) liegt darin, das Bewusstsein eines Menschen in richtiger Weise zu kultivieren; Gefühle/das Fühlen zum Ausdruck zu bringen; eine richtige Physiologie zu entwickeln; natürliche Fähigkeiten zu fördern; zu bewirken, dass der Übende geistig klar und scharfsinnig sowie körperlich gesund wird und so von Nutzen für sein Land und seine Mitmenschen ist. Daher wird nicht nur auf die kämpferischen Fähigkeiten Wert gelegt. Wenn diese Bestimmung zur Erfüllung kommt, erst dann kann man es Kampfkunst nennen." 

 

"Das, worauf es bei dieser Kampfkunst nun ankommt, ist den Sinn der Sache zu begreifen; das Gefühl für eine Idee zu entwickeln und eine natürliche Form von Kraft zu entwickeln. Allgemein gesagt geht es darum, den Körper mit den natürlichen Kräften um uns herum zu koordinieren."

 

"Leere und Fülle sind dabei unbedingt und offen und es entwickeln sich natürliche Fähigkeiten die in einer lebendigen sensorisch-motorischen Intelligenz gründen. Theoretisch sind so alle Formen von Kraft darin enthalten. Praktisch gesehen bedeutet es, dass intuitiv das gemacht wird was die Umstände erfordern."

 

"Auch wenn ich nicht der Meinung bin, dass diese Form der Kampfkunst das höchste ist was es gibt, so bin ich angesichts dessen was es gegenwärtig gibt und in der Vergangenheit gab doch der Meinung, dass es etwas einzigartiges ist."

 

"Denn Fortschritte kann man nur machen wenn man lernt seine eigenen Begrenztheiten durch die Hilfe anderer zu erkennen und so gemeinsam voranzukommen. Es ist mir ein Anliegen an alle die von mir lernen und gelernt haben, bescheiden und offen zu sein."

 

"Wissen und Handwerk gehört stets der ganzen Menschheit. Wer wäre ich da einfach nur alles für mich zu behalten? "

 

"Man muss verstehen, dass Kraft und Bewusstsein (Yi) aus einem Ursprung kommen und sich bedingen. Bewusstsein zu benutzen bedeutet Kraft zu benutzen. Bewusstsein ist nichts anderes als Kraft."

 

"Dennoch, es ist nicht die Kraft die aus der (starren) Muskelkontraktion an sich kommt die man als (echte) Kraft bezeichnet. Wenn nicht das Bewusstsein (Yi) die Wohlspannung (songhe) des gesamten Körpers koordiniert wird man nie zu einer natürlich freien Bewegung des sich Weitens und Zusammenziehens kommen, sowie einer angewandten/praktischen Entladung von lebendiger Kraft. Wenn man keine natürliche, lebendige Kraft hat, dann weiss ich auch nicht wo der Nutzen für die Gesundheit sowie für die Anwendung herkommen soll."

 

"Mann muss verstehen, dass sich das Bewusstsein durch den Körper ausdrückt: Kraft folgt dem Bewusstsein (Yi); Bewusstsein (Yi) ist der Anführer der Kraft; und Kraft ist die Armee des Bewusstseins (Yi). Man sagt, das Bewusstsein ist gespannt aber die Kraft ist entspannt; Muskeln und Sehnen sind frei und lebendig; alle Zellenhärchen (maofa) fliegen nach aussen und die Kraft tritt wie spitze scharfe Klingen in Erscheinung. Wenn nicht so, wie soll man sonst zu dem schönen Gefühl kommen welches sich aus dem (richtigen Nutzen) von Bewusstsein ergibt?"

 

"Diese Kampfkunst wurde vor 20 Jahren einmal Yiquan genannt. Ich habe das Zeichen Yi als Ausdruck für die gesamten Geisteskräfte hervorgehoben. Das heisst so viel wie, dass diese Kampfkunst großen Wert auf das konkrete Gefühl von Bewusstsein und Geisteskräften legt. Es war ursprünglich meine Hoffnung Menschen auf diesem Weg wach zu rütteln. Dass sie sich Gedanken über die Bedeutung (von Yi) machen und sich ihrer Verirrung bewusst werden."

 

"Das wichtigste beim Stehen unter dem Kampfkunst Aspekt ist, in einer ganzheitlichen aber äusserst lebendigen Wohlspannung zu sein, dass die Geisteskräfte den ganzen Körper ausfüllen." (Alle obigen Zitate aus Quandao zhongshu/zentrale Achse)

 

"Wenn man zu sehr seinem Körper verhaftet ist, findet man nie eine richtige Stelle; verlässt man aber seinen Körper, so wäre da nichts nach dem man streben könnte." (Quandao zhongshu/Zentrale Achse. Wang Xiangzhai bezieht sich dabei aber auf ein Zitat von Zhang Sanfeng)

 

"Wenn die Wesens-Natur zum Vorschein kommt und man das Prinzip verstanden hat, dann muss man die Richtung ändern und ausserhalb des Körpers weitersuchen." (Quandao zhongshu/Zentrale Achse)

 

"Ein Grundprinzip der wissenschaftlichen Forschung ist, sich durch Vergleich immer weiter zu entwickeln. Auch in der Kampfkunst ist es so. Vergleich führt zu Gewinnern und Verlierern, was aber der Persönlichkeit eines Menschen nicht schadet. Im Gegenteil, Persönlichkeit und Tugend eines Menschen wird dadurch geläutert." (Aus dem Interview)

 

"Xingyi kennt in seiner direkten Überlieferung kein Training von 12 Formen. Dennoch, die Idee der 12 Formen ist voll und ganz vorhanden. Auch die Theorie der 5 Wandlungsphasen die sich generieren und bezwingen sind nichts anderes als andere Umschreibungen für 5 verschiedene Kräfte. Das hat nichts mit Techniken und Formen zu tun.

Metall: Wie die Kraft von Sehnen und Knochen; die Idee ist hart zu sein wie Eisen oder Stein; es hat auch die Idee Metall zu teilen und Eisen zu durchschlagen.

Holz: steht für das verwundene und die Fläche. Wie ein Baum der sich aufspannt und weitet.

Wasser: Wie die Bewegung des wogenden Ozeans; lebendig wie ein Drache oder eine Schlange; kein Spalt in das es nicht eindringen könnte.

Feuer: die Kraft ist wie Schiesspulver und die Hände wie Patronen die abgeschossen werden; bei geringstem Kontakt explodiert Kraft am ganzen Körper.

Erde: eine ehrliche, stabile Kraft; weit und gesetzt; kräftig und das ganze Universum ausfüllend; eine Kraft die Himmel und Erde verbindet." (Aus dem Interview)

 

"Ich weiss ehrlich gesagt nicht wie die Unterscheidung in "Innere" und "Äussere" Kampfkünste aufkam. Doch es scheint mir, dass es das nicht wert ist darüber zu diskutieren." (aus dem Interview)

 

"Erst die Idee welche keine Idee mehr ist, ist die wahre Idee."