Zentrale Begriffe des Yiquan

Wang Xiangzhai
Wang Xiangzhai

jingshen: Geisteskräfte. Meint etwas ganzheitliches. Jing steht für das materielle, den Körper, während der Geist die Ausbreitung des Bewusstseins meint. Es spiegelt also auch eine gewisse Vitalität, eine körperliche Seite darin wieder.

 

jiajie: zur Hilfe nehmen (ausleihen und ersetzen = zur Hilfe nehmen); sich zu Nutzen machen.

 

jingshen jiajie: unter Zuhilfenahme seiner Geisteskräfte.

 

yinian: die konkrete Idee, Vorstellung. Im Gegensatz zu Jingshen ein konkreter Inhalt. Jingshen wird mit Yinian gefüllt; die Geisteskräfte werden mit einer bestimmten Idee aktiviert und trainiert, welche sich durch den Körper (jing) ins Materielle ausdrücken.

 

youdao: etwas hervorrufen.

 

yinian youdao: seine Geisteskräfte mit einem zur Hilfe herangezogenen Inhalt (Idee/Sinn) erfüllen, um so ein Gefühl, eine Wahrnehmung (im Körper) hervorzurufen.

 

li: Kraft. Kann je nach Kontext lebendige Ganzkörperkraft, aber auch manchmal unkoordinierte, angestrengte Kraft meinen. Im Kontext „Yi ist gleich Li“ meint es die lebendige, harmonisch koordinierte Ganzkörperkraft. Im Kontext „Yi verwenden und nicht Li verwenden“, meint es die unkoordinierte angestrengte Kraft.

 

zhengli: Isometrische und Isokinetische Kraft. Wörtl.: miteinander kämpfende Kraft. Im engeren Sinne bedeutet es, dass Protagonist und Antagonist mit gleicher Kraft zusammenarbeiten. Im weiteren Sinne spielt es auf die drei Richtungspaare an, die als gegenseitig auseinander strebende Kräfte immer zusammenwirken sollen: oben-unten; links-rechts; vorne-hinten.

 

hunyuanli: Ganzkörperkraft. Wenn im ganzen Körper alle Muskeln in guter und koordinierter Spannung zusammenarbeiten. D.h., wenn im ganzen Körper Zhengli vorherrscht. Auch als die Gesamtheit der drei Richtungspaare bezeichnet. D.h. wenn die drei Richtungspaare als eine Kraft zusammen wirken.

 

yi-qi-li: Idee-Atem-Kraft. Diese drei sollen durch das Training zu einer Einheit werden.

 

zengti li; zhengti jin; zheng jin: bezeichnet die Ganzkörperkraft. Wenn der ganze Körper wie ein Muskelstrang operieren kann. Muskeln verbinden die Gelenke und ermöglichen so Bewegung. Wenn alle Muskeln nun harmonisch zusammenarbeiten und es bei der Kraftübertragung durch die verschiedenen Gelenke idealerweise zu keinem Verlust mehr kommt, spricht man von Ganzkörperkraft. Zhengti li ist nichts anderes als hunyuan li. Die Grundlage ist ganzheitlich organisiertes zhengli, d.h., isometrische und isokinetische Kräfte die als ein Muskelstrang funktionieren.

 

xinyiquan: Bewusstsein und Idee/Sinn durch Kampfkunst zum Ausdruck bringen.

 

xingyiquan: Sinn/Idee durch Kampfkunst zum Ausdruck bringen (xing als verbischer Gebrauch, nicht als Nomen).