Die zentrale Achse des Weges der Kampfkünste - Quandao zhongshu (Wang Xiangzhai) Teil 8

3. Mit der Stimme experimentieren

Mit der Stimme zu experimentieren ist eine ergänzende Übung um in die feinen Bereiche zu kommen wo das experimentieren mit der Kraft nicht hinkommt. Die Wirkung besteht darin, das ausbreiten der Schallwellen zur Hilfe zu nehmen für die Arbeit alle Zellen im ganzen Körper auf Spannung zu bringen. Der ursprüngliche Sinn hatte nichts mit einschüchtern oder erschrecken zu tun, um demjenigen gegen den es gerichtet ist ein Gefühl von plötzlicher Furcht zu geben. Es ist also etwas ganz anderes Stimme und Kraft gemeinsam zum Ausdruck zu bringen als einfach nur einen Schrei auszustossen mit der Idee jemanden zu erschrecken. 

 

Beim experimentieren mit der Stimme darf die Luft im Mundraum nicht nach aussen gestossen werden, sondern man benutzt die Stimme um eine Wirkung im Inneren zu erzeugen. Wenn man beginnt damit zu experimentieren kann man erst noch danach streben einen Laut von sich zu geben. Jedoch sollte man mit der Zeit dahin gelangen, dass dabei kein Ton mehr entsteht. Denn obwohl jeder Mensch seine ganze eigene Stimme hat, so ist der Klang beim experimentieren mit der Stimme bei allen Menschen derselbe. Der Klang ist wie wenn man gegen eine große Glocke in einem tiefen Tal schlägt. Die Alten sagen: „mit der Stimme zu experimentieren ist wie der Ursprung der feierlichen Töne huangzhong und dalü." Doch das lässt sich mit Tusche und Pinsel kaum beschreiben. Der Lernende muss dabei seinen Geist (unklar ob der des Lehrers, oder der Klang des Tones) beobachten, über die Zusammenhänge nachsinnen, den Klang dabei wahrnehmen und die Idee dahinter verstehen um dann mit dem Gefühl und dem Ausdruck zu experimentieren. Nur so kann man dorthin kommen. 

 

(Übersetzung direkt aus dem chinesischen Original von Benjamin Witt.

Bei Verwendung bitte Quellenangabe mit Verweis auf diese Seite. Vielen Dank. 

Benjamin Witt)

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